Monika Kruse: Bis jetzt hatte ich immer großartige Parties im Schwäbischen Raum

Die Grande Dame der deutschen Technoszene hat es endlich mal wieder geschafft, nach vielen Single-Releases ein komplettes Album zusammen zu stellen, mit dem sie sich jetzt auf großer Releasetour befindet. Doch „Changes of Perception“ ist nicht nur ein komplettes Studioalbum, erstmals steht auch der Name „Monika Kruse“ alleine auf dem Cover.

Ihre bisherigen Alben „Panorama“ und „Passengers“ waren noch als Monika Kruse @ Voodooamt produziert, da sie damals noch gemeinsam mit ihrem Partner Patrick Lindsey an den Reglern im Studio saß.

Jetzt aber zu sagen, das neue Album wäre komplett Monis eigener Feder entsprungen, wäre aber auch nur die halbe Wahrheit, denn dieses Mal stand ihr Gregor Tresher bei der Arbeit zur Seite. „Alleine bin ich nicht schnell genug im Studio. Arbeite ich länger an einem Loop, kann ich das Ding irgendwann nicht mehr hören und denke hin und wieder das Ganze sei langweilig oder falsch!

Da ist es gut, wenn jemand daneben sitzt und sagt: Lass mal weiter daran arbeiten.“ Die Rolle des Nebensitzers hat Gregor wohl auch bestens gemeistert wie Monika berichtet: „Als wir am neuen Album gearbeitet haben, hat Gregor sich als Künstler komplett zurückgehalten und nur meine Sachen umgesetzt, auch wenn er sie als Künstler vielleicht anders gelöst hätte.“

Was bei dieser Arbeit raus gekommen ist, kann man irgendwo im Bereich Minimal-Techno bis Techno einordnen, was auch ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des Album-Titels war, denn die Wahrnehmung von Monika Kruses Sound hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert.

Sie hat sich weg bewegt vom loopigen Technosound, den sie früher noch gespielt und produziert hat und geht ihre Wege jetzt mit viel mehr Groove, minimaleren Beats und vielen Elementen ihrer Liebe zu spanischen Vocals.

Auf „Changes of Perception“ ist von jedem dieser kleinen Bestandteile auch etwas enthalten, was man z.B. sehen kann, wenn man den Track „Wackypacky“, der sehr detroitig und floor-orientiert rüberkommt dem deep und melancholischen Ausdruck von Fragile gegenüberstellt

Seit die Produktionsarbeit am neuen Album abgeschlossen ist, reist Monika über den Globus um ihr neues Album zu präsentieren. Interessant ist dabei ihre Einstellung zur Diskussion Vinyl vs. CD vs. Digital, die auch in unseren Redaktionsgedanken diesen Monat ein Thema sind.
„Ich lege ja eigentlich nicht mit CD auf, aber man zwingt mich teilweise dazu, weil so viele Releases immer erst als Download erscheinen. Außerdem fand ich es am Anfang gar nicht so einfach mit CDs aufzulegen, weshalb ich auch nicht gleich so richtig warm damit geworden bin.

Eine Schallplatte hat auch einfach mehr Charme als eine CD, selbst wenn beim Vinyl manchmal der Staub hängen bleibt und ein bisschen knackt.“
Zum Schluss haben wir natürlich auch noch eine ganz spezielle Baden-Württemberg frage an Moni. Auf ihren Weltreisen ist sie immer erstaunlich oft bei uns in der Gegend am Start, was kein Zufall ist, wie sich herausstellte…

„Bis jetzt hatte ich immer großartige Parties im Schwäbischen Raum, egal wo ich gespielt habe. Dennoch blieben mir die letzten beiden Parties im Rocker in einer besonders guten Erinnerung, weil mich die Sprechchöre dort zutiefst gerührt haben…. Daher ist es ein Stopp, auf den ich mich ganz toll freue!“

Und genau wie Monika sich auf Stuttgart freut, freuen wir uns natürlich auf ihr November-Gastspiel im Rocker!

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