Newcomer2013Die Kategorie Newcomer des Jahres zählt heute bei nahezu jedem Award zu den spannendsten Kategorien. Alleine schon eine Nominierung zieht für so manchen Künstler einen ordentlichen Karriereschub nach sich.

Wie die Rankings der aktuellen Top Acts polarisiert auch diese Kategorie wie kaum eine andere: Angefangen vom Begriff Newcomer über Talent bis hin zur endlos leidigen Diskussion wer’s nun wirklich verdient hat.

Fakt ist: Die Nominees wie die Gewinner haben sich eine beachtliche und treue Fanbase aufgebaut. Ganz so schlecht – sprich völlig talentfrei – können sie alle auch nicht sein, sonst hättet Ihr sie erst gar nicht nominiert. Da bei uns Ihr als Leser alles entscheidet, haben sie es ganz sicher alle verdient und ob sie in den nächsten Jahren zu den Top Acts gehören, steht heute noch in den Sternen.

Nur das mit dem New, das passt bis auf einen bei allen folgenden Preisträgern nun wirklich nicht, manch eine(r) aus der illustren Runde hat sich’s in dieser Kategorie sogar schon häuslich eingerichtet. Dafür gibt’s dieses Jahr eine Spezies, die man wirklich ehren kann – die Durchstarter. Wär doch mal ne Idee für ne neue Kategorie oder? Hier sind sie, die Durchstarter, Sitzenbleiber, Irrläufer, Helden und der einzig echte Newcomer aus der Kategorie Newcomer des Jahres:

#10: Megatief
Unser echter Newcomer des Jahres 2013! Megatief kommt aus Mettmann, produziert so seit 2009, sein erstes Release feierte er mit Schicker Recordings im Oktober 2013, übt nachweißlich fleißig erst seit 2012 mit dem Synch Button und befeiert inzwischen nicht nur die Ruhrpott Crowd mit einem interessant-eigenwilligen Deep-/TechHouse Sound. Mo Megatief polarisiert garantiert, scheisst einerseits auf alle Konventionen, würde aber Facebook Fans kaufen wenn er Kohle hätte und ob sein erstes Release Oh Lord Blasphemie oder Glaubenstribut ist, bleibt zunächst im Megatief Kosmos. Wir werden sehen, wir werden sehen…ob er die Karre volltankt und durchstartet oder aufm Pott im Pott sitzen bleibt.

 #9: Mike Maass
Die Liebhaber des straighten Technos kennen Mike Maass und sein Label inklusive Agentur Black Circus längst. 2009 hat er als Tribe Muzika angefangen, 2011 den falschen Namen gegen den bürgerlichen Namen ausgetauscht und richtig losgelegt. Nach gut 3 Jahren laufen unzählige Releases auf bekannten Labels wie Trapez, Italo Business, Abstract und klar seinem eigenen Label Black Circus auf sein Konto. Seine Giglist ist bereits 6-8 Wochen im Voraus mit wohlklingenden Clubs/Events  prall gefüllt, auf den entsprechenden Line ups muss man ihn nicht unten suchen. Newcomer? Durchstarter!

#8 Andreas Kraemer
Also…da fällt uns viel oder gar nix mehr zu ein. Deshalb: Lieber Andreas Kraemer (ehem. Krämer), herzlichen Glückwunsch zum Newcomer Award 2013 vom gesamten Partysan Team! Einen Award hast Du Dir echt verdient, über die Kategorie sprechen wir ganz ausführlich. Und über Deine Labels Constract Rythm und Form Recordings, Deine gut 300 Vinyl Releases und wie man die Pendelei zwischen Classic Floor und Abstract Stage bei Doppelbookings auf der Nature  auf die Reihe kriegt. Vorfreude!

#7 Sebastian Groth
Auch bei Sebastian Groth hat sich inzwischen ordentlich Historie angesammelt: Sowohl er wie sein Label ReWashed können auf eine lange Liste an Releases auf bekannten bzw. mit bekannten Namen stolz sein. Sein Grindfaktor Bootleg war einer der Sommerhits 2013 und überhaupt war für ihn selbst das letzte Jahr der Wahnsinn: Releases auf den eigenen langjährigen Favoritenlabels, Remixe für eigene Heroes, Gigs in jeder Menge Wunschclubs. Jetzt bekommt er von Euch noch einen Herzenswunsch erfüllt: Aus der Nominierung wurde ein echter Award! So kanns 2014 gerne weitergehen oder?

#6 Broombeck
Marcus Schmahl aka Broombeck wurde von Euch gleich mit zwei Nominierungen beehrt: Bester Newcomer & bester Live-Act 2013. Ab heute zählt er zu den zehn besten Newcomern 2013 und Awards hat er wirklich verdient. Das mit dem Newcomer ist aber irgendwie so ne Sache. Der Mainzer Jung ist seit fast 15 Jahren als Producer mit Projekten in verschiedenen Genres elektronischer Musik unterwegs. Mit seinem Projekt Broombeck tobt sich der Familienvater mit seiner Definition von groovigem Techno und TechHouse aus und landete 2008 mit seinem ersten Release Clipper gleich mal einen Megahit. Mit Clippers Rückenwind Läuft! es schon ganz ordentlich weiter.

2013 hat er u.a. mit Releases wie der Storyteller EP auf Stephan Bodzins Label Herzblut oder seiner Tour mit dem Tronic Labelchef Christian Smith nochmal einen Zahn zugelegt. Ob er wohl auch in der Kategorie Bester Live Act in die Top 10 gekommen ist, bleibt noch ein klein wenig geheim. Kein Geheimnis dagegen ist sein Award als bester Producer 2013 beim Faze Magazin Poll. Ok, da steht nicht „Bester Producer 2013: Broombeck“ Oder Marcus Schmahl. Aber es ist echt kein Geheimnis, das Marcus den Felix produziert, also die Mucke von Felix kommt eigentlich von Marcus. So und wenn der Felix zum besten Produzenten des Jahres gewählt wird, ist ja eigentlich Marcus der beste Produzent und das ist wirklich eine mega Ehre, Respekt! Und das als Newcomer, Chapeau!  Ein Newcomer produziert Felix Kröcher! Steil!

#5 Kerstin Eden
Frau Eden gehört zweifelsohne zu den Ausnahmeerscheinungen des Technozirkus. Es gibt derzeit wohl kaum jemanden, der so polarisiert wie unsere einzige weibliche Gewinnerin. Ob es nun an ihrer Agentur Abstract, an ihrem Freund Pascal F.E.O.S., der ausschweifenden  Feierei oder oder oder…oder ihren echten DJane Skills an den Decks liegt, sei dahin gestellt aber weder den Erfolg noch die Treue ihrer stetig wachsenden Fanbase kann man wegdiskutieren. Trotz kleinem Abstieg von 3 auf 5 fühlt sie sich als Newcomerin bei uns so wohl und sitzt den Rummel im Zirkus einfach ein Jahr aus.

#4 Niereich
Also jetzt mal im Ernst: Meint Ihr wirklich, das ein drittes Jahr als Newcomer noch die gebührende Anerkennung darstellt? Mag ja sein, dass Peter Niereich als  Niereich erst 2010 an den Start gegangen ist, Musikant ist er schon seit Mitte der 90er. Ok vielleicht hat man die österreichische Szene nicht ganz aufm Radar aber was ja nicht zu übersehen ist, sind seine Bookings  in den besten Clubs auf der ganzen Welt, mit und ohne Kraemer. Lieber Peter, wir gratulieren Dir herzlich zu Deinen wirklich treuen Fans! Niereich Fans aufgepasst: Respekt für Eure Treue, unbedingt weiter so, für 2014 organisiert Ihr den Umzug von Peter in eine andere Kategorie, ok?

#3 Björn Torwellen
Professor Ableton himself steht für düsteren, schnörkellosen Techno, beschäftigt sich mit dem Verfall der Gesellschaft und baut daraus ein Gesamtkunstwerk in Form seines ersten Solo Artistalbums Metacollapse. New ist er definitiv auch in seiner zweiten Phase als DJ und Producer nicht mehr, vielmehr darf man ihm wirklich zum Vollgas-Durchstartjahr 2013 gratulieren, das mit seiner Album Tour einen krönenden Abschluss gefunden hat. Dafür gabs von den Fans den Push von 6 aufs Treppchen.

Auch wenn er hauptamtlich den Lehrerpult verlassen hat, bleibt er der Ableton Community nach wie vor treu und gibt alles, um selbst Profis den Umgang mit Functions, Features, Bugs & Lacks so easy wie möglich zu machen, aber auch absolut unmusikalische talentfreie Klangartisten können mit seinen Tutorials stolz ihren ersten eigenen Track präsentieren. Respekt!

# 2 Falscher Hase
Echten Helden sind eine vom aussterben bedrohte Art. Selbstlose Helden sowieso, auch die Helden der einst so revolutionär hierarchielosen gemeinwohlfokussierten Technobewegung haben entweder den a.D. Status oder wurden zu profitorientierten Brands oder ganzen Unternehmen, deren Aktienkurse durch Releases, Gigs, Facebook Likes etc. bestimmt werden. Daran ist vieles auch gut so, andernfalls gäbs uns wohl auch nicht mehr.

So und was hat das rührselige Gelaber mit unserem Silber Newcomer 2013 zu tun? Falscher Hase liefert bei der Google Suche erstmal einen Hackbraten im Teigmantel. Gauckelei oder neudeutsch Verarsche also. Verarscht der uns jetzt? Jawoll! Das ist gar kein falscher Hase! Auch kein Wolf im Schafspelz und wenn schon Hase, dann deshalb, weil er allen Regeln des Technobiz ne Harke schlägt, der Schmunzelhase!

Ein echter Held mit echten fünfzigtausend Facebook Fans, echten Millionenplays auf Soundcloud & Co., ohne Agentur, Releases, Gigs und all den anderen Must Haves. Weil er Namedropping für andere macht, andere bzw. deren Musik entdeckt, hörverlesen einzeln oder in wunderbare Sets verpackt mit anderen teilt. Nächstenliebe! Mit hohem Selbstlosfaktor. Und bevor wir das vor lauter Respekt vor unserem Newcomer vergessen: Ohne Promo in die Charts, wo gibt’s denn sowas?!? Und dann noch von 7 auf 2! Danke! An Euch liebe Fans.
Für den Beweis, dass es eben doch geht und Ihr Euch eben doch nicht verarschen lasst.
Loop!

#1 And the winner is… Pappenheimer!
Der Würzburger Jörg Ringleb hat zweifelsohne 2013 ein wahnsinns Jahr gehabt. In unserem Poll ist er direkt von 0 auf 1 und damit auch der Überraschungsgewinner schlecht hin. Wer augenscheinlich aus dem Nichts auftaucht, sorgt neben Überraschung auch immer für Argwohn. Dabei hats schon In 2012 ganz ordentlich gerappelt in der Pappenheimer Kiste, dank des alten Schiller Zitats bleibt der Name auch gleich schön hängen – ob es wohl in den letzten beiden Jahren in DE einen rasanten Anstieg von Suchanfragen „Pappenheimer“ gab?

Aus dem Nichts kam der Pappenheimer aus Würzburg aber keinesfalls. Mit Abstract als Agentur, einer bemerkenswerten Liste an Releases seit Anfang 2013 und jeder Menge Gigs hat er zwar ein paar wesentliche Regeln eingehalten, aber alleine die Chance auf den Support der ganzen Maschinerie hat er sich über viele Jahre hinweg erarbeitet. Seine echte Leidenschaft für Musik hat ihm ein unglaublich breites Musikwissen beschert, seine musikalische Richtung ist keinesfalls auf straighten Techno beschränkt und eine treue Fanbase gabs schon weit vor 2012.

Last but not least hat der Mann mit Hut wohl noch eine Aufgabe verinnerlicht, die man heute bei so manchen vermisst: Ein DJ ist zu allererst ein Entertainer, der die Leute zum tanzen bringen soll. Wenn einer es noch nach sovielen Jahren ohne mega Erfolg als absolutes Hochgefühl empfindet, die Crowd zu rocken, dann hat das meist was mit Berufung zu tun. Mit dem Erfolg dauerts dann meist länger aber der kommt, fast schon mit Garantie und wie ne Bombe aber nie mit Datum. Beim Pappenheimer explodierte die Erfolgsbombe zum 30er im Jahr 2013.

Wir gratulieren von Herzen, drücken die Daumen und sind sowas von gespannt, wie’s mit dem Pappenheimer weitergeht.

 

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