Dass das Englische Duo mehr ist als nur ein Dance-Act aus England haben sie schon oft bewiesen. Aber nichts desto trotz wurde es in den letzten Jahre ruhig um Underworld.

Die Anfänge von Underworld finden sich schon in den 80er Jahren, wo Bryn B. Burrows, John Warwicker und Alfie Thomas die Band „Freur“ gründeten. Nach mäßigem Erfolg löste sich die Gruppe auf und produzierte unter dem Alias „Underworld“ zwei rocklastige Alben, die sich auch nicht gerade gut in den Läden verkaufen ließ. Erst Rupert Hine, der das zweite Album produziert hatte, gab ihnen den Rat, sich doch auf das zu konzentrieren, was ihnen wirklich am Herzen lag, nämlich progressive Dancefloor-Musik.

Aber erst mit dem Deejay Darren Emerson kam der Umschwung und so wurde aus dem anfänglichen rocklastigen Klängen von Underworld mehr und mehr der Mix, der die Band bis heute noch unverkennbar macht.

Gerade der Mix aus deepen Beats und mächtigen Drums, gemischt mit einer sphärischen Platte von Flächensounds, peitscht die Partypeople auf den Dancefloors rund um den Globus in Wallungen erster Klasse. 1995 produzierte Underworld für den Playstation Klassiker „Wipeout“ einen Song, der ihnen zu weltweiter Aufmerksamkeit verholfen hat.

Im Jahr zuvor wurde mit „Dark & Long“ eine EP veröffentlicht, die auch heute noch so manches Set schmückt, kurz danach folgte der Klassiker „Cowgirl“, der mit seinem Rap-artigen Songtexten und dem psychedelischen Acid-Sounds unter die Top 20 der Dance-Hits des letzten Jahrhundert gewählt wurde.

Aber der richtige internationale Durchbruch gelang der Band durch den Drogenfilm „Trainspotting“, wo sie mit „Born Slippy“ den Titelsong und damit auch den Dance-Hit des Jahres 1995 ablieferten. Auch auf dem Soundtrack von „The Beach“ findet sich mit „8Ball“ ein Track der Band.

Nach diesen Erfolgen ging es vorerst mal auf Tour und die Band tourte durch die ganze Welt.Darren Emerson trennte sich danach von der Gruppe, um fortan solo zu agieren. Nach dem Ausstieg von Darren Emerson konnten die folgenden Alben zwar das hohe Niveau halten, ohne jedoch erneut derart maßgebliche Akzente zu setzen.

Das letzte erwähnenswerte Album veröffentlichen die Jungs von der Insel im Jahre 2002, wo sie mit „Two Month Off“ auch ihren letzten großen Club-Hit in den Charts hatten. Ein Projekt abseits des Dance-Biz war für Anthony Minghella’s Film „Breaking and Entering“ – Einbruch & Diebstahl (2006), dort komponierte Underworld gemeinsam mit Gabriel Yared die Filmmusik.

In diesem Jahr wurde das Album „Oblivion with Bells“ veröffentlicht, welches aber bei den Kritikern leider nicht so gut angekommen ist, was somit auch eine der letzten Produktionen von Underworld darstellt.Nichts desto trotz ist aber eine Live-Performance der Band alles andere als langweilig. Wie sie auf unzähligen Festivals, Konzerten und Events unter Beweis stellen konnten, sind sie im Dance-Business durch ihre Evergreen-Hits nach wie vor ein Garant für eine tolle Party.

Auch die Auftritte in Österreich, darunter auch der am Green Room in der Wiener Freudenau, wo die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes „Underworld“ war, können das Bild nicht trüben.

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