Wir sind alle gleich und doch so verschieden, sitzen in einem Boot und rudern in verschiedene Richtungen.


Mathias Schaffhäuser hatte schon länger ein Kooperations-Projekt im Kopf, wusste aber nie so richtig, wie er es am besten umsetzen sollte. „Aber eines morgens, ich war recht früh wach, so gegen 7h, hatte ich plötzlich das ganze Konzept vor Augen, die musikalische Ausrichtung, den Album-Titel, das Cover, die MusikerInnen, die ich anschreiben wollte. Total irre, ich mußte nur noch aufstehen, den Rechner anmachen und die ersten Mails rausschicken.“

„Die Zusammenarbeit war dann sehr angenehm und easy, meist über Internet, mit Ziggy Kinder natürlich auch vor Ort. Die eine Hälfte der Tracks entstand eher wie Remixe, die andere durch reges Hin- und Herschicken von teilweise riesigen Datenmengen. Es lebe DSL!“

Herausgekommen ist wohl das Tüpfelchen auf dem i eines gestandenen Labels, welches von Anfang an auch Schaffhäusers Freunden ein Zuhause bot. „Miteinander, Toleranz, Akzeptieren von Andersartigkeit“, sind wichtige Aspekte des Konzepts, was auch gerade in diesem Album gelebt wird. Jeder trägt etwas aus seiner Welt bei, und in einer Reihe ergibt alles einen Sinn.

Es beginnt mit den trockenen Housegrooves in „Pretoria Love“ zusammen mit Benjamin Brunn, tanzt weiter im Duett mit Ziggy Kinder und schwebt anschließend mit „Confusion (Rules OK)“, der Koop mit Markus Güntner.

Jedes Stück steht ohne weiteres für sich allein, funktioniert auch ohne Kontext. Allerdings erkennt man beim Durchhören des gesamten Albums erst die schlüssigen Elemente, die der alles verbindende Part namens Mathias Schaffhäuser einbringt und das experimentelle Konzept zu einer spannenden Geschichte werden lässt.

Und so treffen wir dicke Beats im Verein mit Alex Smoke, den eher trancigen Ansatz mit Meerestief-Act Lucy und die lange Reise namens „Gordo“, ein Track mit der argentinischen IDM-Künstlerin Fabrice.

„WARE flog mir 1997 so zu. Damals sprach man ja viel von der kurzen Halbwertzeit von Techno – alles weniger starkultmäßig, irgendwie kommunistischer, gleichberechtigter. Gleichzeitig fand das alles aber auch in einem wildwuchernden Konkurrenzgebilde statt, von daher kommentierte WARE diese Situation (augenzwinkernd), nahm aber auch Bezug auf das WAREHOUSE, wo ja ganz viel DJ-Kultur entstand. Und in Köln jatten wir ja auch einen gleichnamigen abgedrehten Club.“

Gegensätze ziehen sich an, und dieses Album ist in jedem Fall das Produkt einer Kultur. Das beweisen auch das hitverdächtige „Marathon“ in Zusammenarbeit mit And.id, die Kooperation mit dem Singapurianer Xhin und das schräge Produkt mit dem bis vor kurzem in Argentinien lebenden Midinovela. Damit zeigt Mathias einmal mehr, dass er auch nach 10 Jahren der Ausrichtung seines Labels, seiner Musik und seiner Arbeit im Allgemeinen treu bleibt und stets die richtige Mischung aus Abstraktion, Zeitrelevanz und Eigenständigkeit sucht.

Während wir nun beim einfach schönen Bonus Track „2Ton/3Ton“ der CD Version angelangt sind und anschließend auf Replay drücken, wird hiermit angekündigt, dass es in diesem Jahr mit Veröffentlichungen von Ziggy Kinder und der Fortsetzung dieses Albums weitergehen wird. „Und dann könnte im Herbst ein Ziggy Kinder Album kommen, wenn alles nach unseren Vorstellungen läuft.“

Aber noch etwas ist neu: Mathias Schaffhäuser spielt eigens zur Album Tour auch live. Was uns erwartet? „Ziemlich viel Energie, kein Laptop-Geglotze, Gesang, spontan und geplant, Rasseln, Tambourine, Luftsprünge. Von minimal bis rockmichmal.“

Schaffhäuser & Friends
Unequal equality

WARE







Tourdates:
10 Apr 2009 Offenbach (Germany), MTW
17 Apr 2009 Aachen (Germany), Jakobshof
24 Apr 2009 Ingolstadt (Germany), Suxul
08 May 2009 Kiel (Germany), Luna Club
15 May 2009 Braunau am Inn (Austria), Club 2
22 May 2009 Gera (Germany), Blechtrommel
31 May 2009 Gotha (Boxberg), Sommer Start Festival
20 Jun 2009 Karlsruhe (Germany), Gotec
21 Aug 2009 Stuttgart (Germany), Romy S

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