ROBAG WRUHME, das ewige Spielkind, der Zauberer, das Mysterium. Berühmt und berüchtigt gleichermaßen für Spaß und Wahnsinn hinter den Plattentellern, hat Robag bereits die Pionierlabel FREUDE AM TANZEN und MUSIK KRAUSE maßgeblich mit gestaltet, das WIGHNOMY BROTHERS – Projekt durch die halbe Welt geführt, dabei aber auch stets mit Solo-Releases geglänzt.

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Ihn eine Legende zu nennen ist vielleicht noch übetrieben aber: Robag Wruhme ist seine eigene Marke und steht für einen Sound, den so nur er beherrscht. Griffig und rätselhaft zugleich kommen seine Produktionen daher, überraschend und emotional seine DJ-Sets.

Bei „THORA VUKK“ sind ein heller und ein dunkler Fluss ineinander verwoben. Packenden Grooves und Clubtracks mit verführerischen Sounds werden von bedrängenden, unheimlichen Atmosphären unterbrochen, die eine ganz andere Art von Neugierde wecken. So verschieden die beiden Stränge sind, so notwendig sind sie füreinander. Die düsteren, herausforderenden Klangräume bringen die melodischen, clubbigen Tracks zum strahlen.

In der Pampa weiß man nicht, was einen erwartet.
Es gibt keine Wegweiser, weil es keinen Weg zu weisen gibt.
Vielmehr vertraut man der Inspiration, die das Scharren des Truthahns und der pfeifende Wind in einem wecken. Mit einer solchen Haltung nähern sich Labelmacher DJ Koze und Pampa Acts wie Jackmate oder Isolée der House Music: Es ist eine Begegnung mit offenem Ausgang.

Wenn die musikalischen Klischees vergessen sind, blicken sie mit Kinderaugen auf die Musik.

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Im Januar veröffentlichte Gabor Schablitzki unter seinem mächtigen Alias Robag Wruhme seinen ersten Track auf Pampa. Koze erkannte, dass in „Thora Vukk“ mehr steckt. Schablitzki erinnert sich: „Stefan (Kozalla) sagte zu mir: Wenn du jetzt einen Fluss hast, dann mach ein Album. Dann habe ich in einem halben Jahr dieses Album gemacht. In dieser Zeit hatte ich viel mit Klavier, Rhodes und mit field recordings gearbeitet. Stefan hat diese Phase erkannt, abgepasst – und geschottert.“

„Wupp Dek“ ist unmittelbar im Anschluss an die Maxi entstanden: Ein rhythmisches Klirren wird von einer zarten Fläche umspielt. Schablitzkis Stimme singt ein verheißungsvolles „Like it, like it, like it“. Immer wieder rechnet man mit den Grooves und immer weiter lässt einen das Stück in der freudigen Erwartung verharren: „Es ist typischer Öffner: es dauert ewig, bis die Bassdrum kommt. Und wenn sie da ist, ist sie auch wirklich da und geht nicht so schnell wieder. Auf diesen Stück baut das ganze Album auf.“

Dann verschwinden die packenden Grooves und die verführerischen Sounds – und es kommt etwas völlig anderes: Wasser fließt, Hallgeräusche deuten einen großen, kalten Raum an. Innerhalb von Sekunden entsteht eine bedrängende Atmosphäre, die eine ganz andere Art von Neugierde weckt.

Dieser Bruch, diese Schlucht zieht sich durch das gesamte Album: Die Clubtracks werden von sechs unheimlichen, manchmal verstörenden „Brücken“ unterbrochen. Bei „Thora Vukk“ sind ein heller und ein dunkler Fluss ineinander verwoben. So verschieden die beiden Stränge sind, so notwendig sind sie füreinander. Die düsteren, herausforderenden Klangräume bringen die melodischen, clubbigen Tracks zum strahlen:

Die klirrenden Gläser der Album-Version von „Thora Vukk“ klingen nach der ersten Brücke wie Engelszungen. Wo die Percussions des 12Inch-Edits Partylaune verbreiteten, ist das Stück nun anmutig und bezaubernd.

„Bommsen Böff“ klingt mit seinem unerwarteten Break wie eine Klangpostkarte aus einer vergangenen Epoche. Diese drei Tracks haben die LP erschaffen, erklärt Schablitzki. Danach hat der kreative Eros von ihm Besitz ergriffen:

„Über „Pnom Gobal“ kann ich kaum etwas erzählen.
Da war ich schon im Film drin.
In diesen Phasen kann ich nicht mehr nach außen agieren und auf nichts mehr reagieren. Später kann ich auch nicht mehr nachvollziehen, was da in mir vorgegangen ist. Ich mag das Stück jedenfalls. Es klingt so trocken. Dann kommt diese tiefe Bassdrum. Die Vocals habe ich nach einem harten Wochenende noch mit Alkohol auf den Stimmbändern ins Laptopmikrofon eingesungen.“

Diese ersten drei Tracks sind Körpermusik: Die feingliedrigen Grooves kommunizieren mit jeder einzelnen Muskelfaser. Sie ziehen an den Gliedmaßen wie an den Fäden einer Marionette. Mit „Pnom Global“ dringt das Album in die Seele ein: Bezaubernd schönen Strings eröffnen ein packendes oder doch ungreifbares Popmoment.

„Tulpa Ovi“ ist das einzige nicht bei den Sessions im letzten Jahr entstandene Stück.
Es stammt von 2004/2005 und sollte Teil eines Wighnomy Brothers Albums werden. Das Konzept dieses nicht erschienenen Albums rumort in Schablitzki seit damals herum. Jetzt wird es endlich umgesetzt: Im Gegensatz zum ersten Robag Wruhme Album sollte das neue „gesetzter werden und mehr mit Melodien und mit selbst aufgenommen Samples arbeiten – ideal für das Schlafzimmer und für Fahrgastzellen aller Art.“

In der geräumigen Küche von Freunden hat Schablitzki eine Sample-Library mit zahllosen Geräuschen angelegt, etwa von zuschlagenden Schubladen oder von einem sommerlichen Regenschauer. Diese field recordings sind keine zweitrangigen Verzierungen. Indem sie rhythmisch gesetzt sind, bestimmten sie die Struktur der Stücke. Durch die ständigen Variationen öffnen sich die Fächer der Grooves immer anders.

Das Tellergeklapper bei „Prognosen Bomm“ ist als solches zu erkennen, das gefilterte, transponierte Schaltgeräusch einer Neonröhre ist kaum zuzuordnen. Mit den atemberaubenden Hooklines dieses zweiten Tryptichons malt Schablitzki ein tolles Pop-Fresko. Man ist noch am Staunen, und dann ist Thora Vukk schon zu „Ende“.

So heißt das letzte Stück.
Schablitzki: „Ende“ hat mir zu schaffen gemacht. Ich habe Stefan dreimal gesagt: Ich kriege es nicht fertig, aber er meinte immer wieder: Bleibt da dran. Die Idee ist gut.“

Schablitzki hatte Freunde und Webgebleiter gebeten eine kurze Phrase einzusingen, um diese zu einem Chor zu montieren: „Natürlich sind nur wenige von ihnen richtige Sänger, so war der Chor schwer zu mischen – das Ergebnis ist aber total abgefahren, es ist mein Liebling auf dem Album.“

Der Charme dieses Chors entsteht aus seiner Brüchigkeit: „Ende“ ist ein hingehauchter, bezaubernder Abschiedsgruß – ein Schlaflied, das man noch hört, wenn man schon träumt.


Videointerview mit Robag Wruhme


Robag Wruhme > Wuppdeckmischmampflow / Kompakt Mix CD


Roba Whrum / Thora Vukk @ AMAZON.de


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THORA VUKK

VÖ: 29.04.2011
PAMPA CD002 / RTD


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One Response

  1. PARTYSAN Award 2011: Bester DJ des Jahres 1 > Monika Kruse, Len Faki, Oliver Koletzki, Robag Wruhme, Sven Väth, karotte, Felix Kröcher, Bester DJ 2011, Bester DJ des Jahres 2011, Chris Liebing, DJ Koze, Alex Bau, Techno, House, Nachtleben, Party, Bil

    […] Kozalla aka Koze hat mit Pampa ein neues Label gestartet, das gleich mit mehreren Hits aufwartet. Robag Wruhme bzw Gabor veröffentlichte auf Pampa sein neues Album und war nach seiner Trennung von Wighnomy Brothers Partner, Sören, sowie einer perönlichen Krise, […]

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