Perlen zwischen den Knaller-Tracks – Little Helpers

Konzeptlabels gibt es viele, aber „Little Helpers“ bietet gleich im Namen eine Erklärung dafür an, worum es geht. Das Label existiert seit 2009 und wurde von Sean O’Neal (aka Someone Else) sowie Andrew Rasse (aka Butane) gegründet. Wir haben Labelhead Sean O’Neal gefragt, was es damit genauer auf sich hat. Das ist auch bitter nötig, denn die Einordnung auf der myspace-Seite der Jungs lautet „Holländischer Pop / Rockabilly / Techno“ – und das stimmt ganz sicher nicht.

Partysan: Sean, hilf uns auf die Sprünge – sind Little Helpers verlängerte DJ-Tools oder mehr?

Sean: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte zwischen DJ-Tools und echten Tracks. Im Prinzip kann der DJ damit seine Sets mit einer zusätzlichen Schicht ergänzen – oder sie als normalen Track einbauen; das funktioniert immer, weil die Tracks perfekt grooven. Das ist ein bisschen so wie mit Vinyl-B-Seiten. Diese Edelsteine holen DJs gerne mal hervor, wenn der Plattenkoffer nach acht Stunden Afterhour durchgespielt ist.

Partysan: Eine Hommage an die B-Seite also?

Sean: Ja, wir versuchen nicht, ständig Knaller zu veröffentlichen. Hier geht’s um groovige Loops, die ein Leben lang haltbar sind. A-Seiten verschwinden nach ein paar Wochen intensiver Nutzung wieder. Unsere Tracks kommen ohne einprägsame Hooks aus, sind haltbar und deshalb bei den DJs willkommen. Daher verdienen sie den Namen „Kleine Helfer“.

Partysan: Und die Genre-Frage?

Sean: Das Label ist in der Tat mehr Konzeptlabel als genrebasiert. Was das anbelangt, hatten wir schon Rechhouse, minimal, Ambient, Deephouse und Breaks am Start. Wir sind offen für alles, was funktioniert.

Partysan: Und nicht so schlecht. Über 40 Katalognummern sind schon raus. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Sean: Butane und ich waren echte B-Seiten-Fans und mochten Sachen von Labels wie Studio 1. Als es dann mit dem digitalen Auflegen losging merkten wir, dass es immer schwerer wurde, diese Perlen zwischen dem Tonnen von Hits und Knaller-Tracks im Angebot der Webstores überhaupt noch zu finden. Bei Beatport gibt es inzwischen so viel Scheiße zu kaufen, dass du dich schwertust, überhaupt noch gute Sachen zu finden. Dort nach Schätzen zu graben ist frucht- und nutzlos. Die Digitalisierung des Auflegens hat überhaupt eine Menge Deepness und Kreativität aus dem DJing herausgelutscht. Unsere Antwort darauf heißt „Little Helpers“. Keine Hits. Keine großen Namen. Sondern Sachen, mit denen DJs etwas anfangen können.

Partysan: Und das kommt bei den DJs auch so an?

Sean: Absolut. Wir werden immer bekannter, von Monat zu Monat. Und manchmal haben wir das Gefühl, dass schon jeder Little Helpers einsetzt. Das freut uns!

Partysan: Dann weiter viel Erfolg. Danke Sean.

Interview by pozor!

 

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