Wie kam es bei „Happy Birthday“ zur Zusammenarbeit mit Maxïmo Park einerseits, Puppetmastaz andererseits?
Maxïmo Park waren im Zuge ihrer Albumveröffentlichung auf dem Cover des englischen „News Music Express“. Einer trug ein Modeselektor-T-Shirt und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Als sie in Berlin ein Konzert gaben, trafen wir uns auf ein Bier und die Sache war geritzt! Wir tauschten Files und produzierten einen Track. die Vocals nahmen sie in Barcelona zwischen zwei Gigs in einem eigens dafür angemieteten Tonstudio auf. Das war schon eine Leistung der Jungs, das mal so eben in den Tourkalender reinzuschieben. Was die Puppetmastaz betrifft, die sind einfach die geilsten Rapper der Stadt, da lag nichts näher als sie um Vocals zu bitten.

Das erste Album war euren Müttern gewidmet, das zweite spielt darauf an, dass ihr fast gleichzeitig Vater werdet.
Richtig, wir werden mit zwei Monaten Unterschied beide Väter.

Eure erste EP „In Loving Memory“ erschien 1996, sechs Jahre nach der Gründung von Modeselektor. Ward ihr ursprünglich vor allem ein Live-Act?
Wir waren sogar ausschliesslich ein Live-Act. Wir spielten viel, das Equipment war immer reisefertig, weswegen wir es damals nie geschafft haben, uns ein Studio aufzubauen. So dauerte es eine ganze Weile, bis wir es schafften, mal etwas aufzunehmen.

Ihr habt letztes Jahr 111 Gigs gespielt- von Island bis Sydney. Was waren die eindrücklichsten Erlebnisse der Tour?
So genau können wir das nicht sagen. Unser Besuch in Japan war eindrucksvoll, Australien auch nicht zu verachten. Vielleicht war unser erster Gig in den USA am eindrucksvollsten. Schon vor Jahren kontaktierte uns ein Typ aus den Rocky Montains und wollte uns buchen. Damals hatten wir noch nicht so viel Aufmerksamkeit, dass es sich gelohnt hätte für einen Gig rüber zu fliegen. Wir versprachen ihm, unser USA-Debüt bei ihm zu spielen. Es war ein Mittwoch, wir spielten in einer Mehrzweckhalle, wo am Nachmittag noch Bingo gespielt wurde. Zum Gig kamen ca. 300 Leute und es war das Highlight des Monats.

Sebastian begann 1991 Platten aufzulegen und legte sich Roland TR 808 und TBR 303 zu. War Acid die Initialzündung? Habt ihr den Anfang der Berliner Techno-Szene hautnah miterlebt – oder eher am Rande?
Sebastian wollte nichts mehr haben als Drummachine und 303. Acid war damals so unglaublich, dass es mit nichts von heute zu vergleichen ist. Klar haben wir den ganzen Technokram mitgemacht, sonst wären wir jetzt nicht da, wo wir sind. Irgendwie waren wir immer mitten im Geschehen.

Wie habt ihr euch 1995 kennen gelernt?
Auf einer Baustelle, mitten in der Nacht!

2003 habt ihr mit Apparat  für BPitch eine gleichnamige 12″ als Moderat veröffentlicht. Wie kam es zu dieser bis heute andauernden Zusammenarbeit?
2001 spielten wir durch Zufall mit Apparat im Berliner WMF. Es war Liebe auf den ersten Blick! Wir werden dieses Jahr eine Moderat-LP aufnehmen. Er hat uns von Anfang an inspiriert und durch seinen technischen Support beachtlich nach vorne katapultiert.

Mit der Pariser Crew TTC arbeitet ihr schon länger. Was verbindet euch mit ihnen?
Irgendwie sind sie uns ähnlich. Wir sind zwar nicht ganz so bunt und auch zwei weniger als sie, haben aber die gleiche Wellenlänge.

Auch Paul St. Hillaire (Tikiman) ist wie beim ersten Album wieder mit von der Partie. Wie arbeitet ihr mit ihm?
Paul ist ein ziemlich genialer Musiker und toller Mensch. Unsere Zusammenarbeit funktioniert recht einfach, wir haben den Tune und er nimmt die Vocals dafür auf.

Thom Yorke ist ein Fan von euch und BPC. Wie kam es zur Zusammenarbeit auf der neuen CD?
Letztes Jahr wurden wir von ihm gebeten, einen Remix für einen Song seines Soloalbums zu machen. So kam der Kontakt zustande und eins kam zum anderen. Wir schickten ihm eine Melodie und er nahm sich die Zeit, während den Aufnahmen fürs neue Radiohead-Album die Vocals für uns aufzunehmen. Es kommt uns immer noch recht unwirklich vor, wenn wir seinen Namen auf unserer CD lesen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen euch und Pfadfinderei?
Sehr gut, wir sind auch schon sehr lange befreundet. Sie machen all unser Artwork und in der Regel auch die Visuals zu unseren Auftritten. Bpitch, Pfadfinderei und unser Studio sind alle unter einem Dach, das ist von Vorteilen.

Wie seht ihr die Dominanz von Minimal in Berlin in den letzten Jahren? Wollt ihr mit euerem vielseitigen Mix einen Gegenpol dazu setzen?
Einen Gegenpol bilden ist nicht unser Style, da Druck immer Gegendruck erzeugt. Minimal interessiert uns eigentlich nur, wenn es um Architektur geht!

Modeselektor
Happy Birthday!
(Bpitch/Namskeio)

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