Einst gab es einen Jungen in Südschweden, einen Blondschopf mit blasser Haut und ohne Spielzeug, in den 80ern geboren und mit einer solchen früh entwickelten Affinität zur elektronischen Musik, dass er zu jung war, die Clubs zu besuchen, in denen wenig später seine Platten gespielt werden sollten – die Platten, die er damals schon produzierte.

Anstelle sich in den Clubs etablieren zu dürfen, baute der kleine Mann seine Turntables inklusive DJ-Reputation am südlich gelegenen Strand vom skandinavischen Helsingborg auf. Bei seinen eigenen Partys! Techno doing by himself mit kleinen Schritten Richtung Klangkunst.

Nun, der kleine Schwede namens Martin Swanstein, ist heute 25, als Minimal-Act unter dem Namen Martinez bekannt und anderen ein Begriff als Labelgründer von Out of Orbit, dem Orbit, wo uns auch sein Freund Trentemøller mit „Beta Boy“ aus dem Nichts heraus überraschte.

Bald wird Martinez wohl noch viel mehr Leuten ein Begriff sein als sonst, überrascht er doch nun selbst mit neuem Release auf wiederum neuem Label. Er hat getüftelt und getüftelt und ist nun „Re:connected“ zu uns zurück gekehrt. Das so genannte Label, welches schon wieder auf seinen Mist gewachsen ist, lässt nun 12 Tracks unter dem Namen „A Chemical Imbalance“ auf genau dieses spezielle Klientel los, das zwar Minimal will, aber anders, smarter und innovativer, sprich ergiebiger als sonst.

Bei Martinez klingt es manchmal absichtlich metallisch mager und andererseits bewusst überfüttert durch Vollendung. Die Synthies fetzen, minimal aber melodisch. Perfide Ohrenhöhler, die einem ins Ohr kriechen, bis man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Bassige Wanzen, die zubeißen, jedes Mal, wenn uns so ein Synthie-Floh in den besagten Hörgang gesetzt wird. Perkussiv und polyrhythmisch geht es hier voran, zwischen deepen und dubigen Einflüssen wechselnd.

Wer jetzt versucht, sich diesen speziellen Sound von Herrn Swanstein vorzustellen, ohne ihn zu kennen, der erinnere sich doch bitte vornehm an diesen einen Martinez-Remix von Nathan Fake´s „The Sky was pink“ oder wahlweise an seine eigenen Produktionen, die er anfangs auf dem Detroiter Label Guidance releaste, namentlich als Debut „Late Night Groove“ in Mailorders gelistet und direkt unter Deep House in den Kisten der Plattenläden stehend.

Martinez ist re:connected. Immer noch hellhäutig. Immer noch der Blondschopf. Nur könnte man denken, er hat jetzt etwas mehr Spielzeug als in seiner frühreifen Jugend. Schwere Synthesizer und tief klingende Compressoren meine ich da ausschließlich. Und keine Frage! Es hört sich an, wie es sich anhören soll. Ein grundsolides Set.

Martinez selbst bevorzuge es immer, „Technomusic als durchgehenden Mix zu hören, ohne Pause zwischen den jeweiligen Tracks…“ und weil das Album des Schweden ja auch offensichtlich ein Techno-Album sei, habe er sich dafür entschieden, munkelt man. Aber nicht nur das!

Man flüstert, „A Chemical Imbalance“ ist ab dem 26. November als ganzes Mix-Set via Compact Disc oder streng portioniert Track für Track auf Vinyl für euch im Laden – über Swansteins neues Label Re:connected.

Martinez >A Chemical Imbalance auf Re:connected

One Response

  1. Martinez – The Paradigm Shift > The Paradigm Shift, Moon Harbour, Martinez, Techno, House, Nachtleben, Party, Bilder, Fotos, Videos, Termine, Events, DJ, Vinyl, MP3 > PARTYSAN. Musik & Klubkultur. Events & Technik.

    […] martin schwanstein aka martinez hat im laufe seiner karriere schon einige musikalische paradigmenwechsel durchgemacht. damit steht er in der technoszene auch nicht unbedingt alleine da, viele seiner kollegen wechselten mit der zeit den focus auf bestimmte spielarten von techno- und housemusik. […]

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