Hmm, vielleicht ist es genau das: beim ersten Niederschreiben wurde aus Luciano (scheinbar zufällig) „Luciana“ – die weibliche Form. Mit seinem zweiten Album gelingt dem internationalen Wandlungsreisenden endgültig die Vermählung von männlich und weiblich. Auf seine ersten Releases, die stets von einer spielerisch-zulassenden Hingabe an die Musik und somit ans Leben geprägt waren, folgten Monumente, die mit mehr Härte und Hang zur Pose aus dem Material dunkler Rauschnächte geformt wurden. Das war immer weit, weit vorne und man mochte ihm die zeitweiligen Ausflüge ins vernebelte Reich der Arroganz eines Popstars gerne nachsehen.

Und jetzt eben das: ein sonnengleiches Album, das mit seiner polyrhythmischen Fülle, den  gewitzten weltmusikalischen Anleihen, der unendlichen Liebe zum Detail und einem untrüglichen Gespür für Ehrfurcht gebietende Monstergrooves zur Hochzeitsnacht auf den lichtdurchfluteten Planeten Euphoria lädt. Sonne und Mond strahlen synchron und das lächelnde Brautpaar lässt die Hüften im Gleichschwung beim Tanz um diesen güldenen Meilenstein kreisen. Schön, dass wir dabei sind. (js)

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