Play it loud heisst sein neues Album und die dazugehörige Welttournee 2011. Überall wird er derzeit gefeiert wie kein anderer. Warum er eigentlich den Titel „Play it Loud“ gewählt hat, erklärt er folgendermaßen:
„ Auf der einen Seite ist es eine wortwörtliche Instruktion wie der Hörer das Album zu gebrauchen hat; PLAY IT LOUD! Meine Musik ist recht groovig mit Augenmerk auf den Basslines, daher würde es anders ja auch keinen Sinn machen. Leise bringt nix! Das Konzept hinter der Scheibe ist, mich zu 100 Prozent auszuleben und dem Hörer das zu geben, was eben meinen Job als DJ ausmacht. Genau aus diesem Grund ist es auch eine Mixed-Version – mit 100 Prozent unreleasten Tracks.

Es ist offensichtlich sehr wichtig für dich, die Musik im richtigen Kontext zu vermitteln. Bist du eigentlich nicht überrascht, dass es nicht mehr Producer deiner Sorte gibt, welche in gleicher Weise ihre Alben entwickeln?
Manche mixen ihre Tracks, andere nicht. Ich wurde nicht als Musiker geboren, sondern um DJ zu sein; das Produzieren von Musik kam erst später dazu. Da liegt es auf der Hand, dass das was ich produziere auch gemixt werden muss. Manche Produzenten schaffen ja auch Tracks, die gut für sich selbst stehen können, doch wenn es um loopige Songs geht sollte man das ganze schon mixen. Dass die Musik von DJs gespielt wird ist ja auch die Intention hinter unserem Genre.

Hast du bei der Albumproduktion schon geplant wie die Tracks miteinander funktionieren oder hast du erst alle Songs fertig gestellt und danach Hand angelegt?
Ich habe eine Menge Tracks und Loops gemacht, mit denen ich vorher in den Clubs schon mal herumexperimentieren konnte um sie dann weiter zu entwickeln. So ist alles nach und nach zusammengekommen, mit der Zeit herangewachsen und am Ende war es dann keine große Hürde mehr alles in einen Topf zu werfen und eine gute Mischung zu kreieren. Am Anfang sind die Tracks noch deine „Babys“ und liebst sie alle, doch mit der Zeit kommt dann die Erkenntnis, dass einige andere weitaus besser sind, als andere. Das Mixen war im Endeffekt das Leichteste…. das Entscheiden der Tracks war die Hölle.

Seit deinem letzten Studio-Album ist einige Zeit vergangen. Was war der Grund?
Ich glaube auf irgendeine Weise war ich mit den vorherigen Alben nie hundertprozentig zufrieden. Verstehst du, was ich meine?  Ich habe das Gefühl, dass dahinter einfach noch kein konkretes Konzept stand. Da gab es viele Tracks die sich vom Stil her zu sehr unterschieden. Der Grund warum es dann so lange gedauert hat war, dass ich merkte, dass ich noch nicht soweit bin. Doch als ich merkte, dass ich genug Erfahrung gesammelt hatte und diese auch umsetzen konnte, machte ich mich an die Arbeit und plötzlich funktionierte es…

Hast du an deinem Studio-Equipment oder Workflow mit den Jahren eigentlich etwas verändert?
Ja, zu viel! Es tut mir leid die Verfechter analoger Produktion enttäuschen zu müssen – ich weiß wie schön warm und authentisch der Sound echter Synthesizer und Drumcomputer ist – aber seit dem ersten Tag der Albumproduktion bin ich in die digitale Welt eingetaucht und anders wäre dieses Album wohl auch nicht umsetzbar gewesen. Die Möglichkeiten Tracks ständig umzuschreiben, Arbeitsschritte rückgängig zu machen oder zu wiederholen und Effekte einzusetzen wie man gerade möchte, ändern die ganze Herangehensweise. Analog muss man an jedem Gerät die Einstellungen beibehalten und die Sequenzen fest arrangieren – da bleibt einem nur den Song letzendlich fertig zu machen. Das ständige Re-editing meiner Songs und Loops in der Produktionsphase war daher nur digital zu bewältigen. Klar, weiß ich dass sich analoge Geräte besser anhören können, aber digital hat sich so viel getan und ich habe es auf diesem Album ausprobiert. Es klappt wirklich besser so.

Deine Welttournee ist gerade gestartet. Gibt’s Orte auf die du dich schon besonders freust?
Nicht wirklich – die Freude kommt bei mir meist erst am Tag des Gigs. Der einzige Spot dem ich schon mit Spannung entgegenfiebere ist das Amnesia auf Ibiza. Aber generell geht es mir nicht um den Ort an dem ich spiele, sondern um die Atmosphäre und die Menschen, die man trifft.

 

Für alle, die Marco Carola so schnell wie möglich live erleben wollen, denen sei die diesjährige Time Warp in Mannheim am 02.04. ans Herz gelegt.

Marco Carola | Play It Loud!Artist/Title: Marco Carola | Play It Loud!
Catalogue No.: MINUS106
Label: Minus
Format: CD, MP3, WAV
Distribution: Rough Trade / Beatport / M-nus.com
Release Date: February 28th, 2011

3 Responses

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