Eher still und nebenbei hat Johannes Brecht in den letzten zwei Jahren auf den wichtigsten Houselabels der Welt seine Platten veröffentlicht. Poker Flat, Sunday Music und jetzt das erste Album auf Mule Musiq.

Johannes Brecht

Johannes Brecht aus Stuttgart

Deepe, melancholische Housemusic. Da denkt man an die Anfangstage in Chicago und die neue Generation an Produzenten aus Hamburg. Eine Stadt die dabei nicht als erstes ins Gespräch kommt ist Stuttgart, aber vielleicht ändert sich das in naher Zukunft durch Künstler wie Johannes Brecht, der seit einiger Zeit mit spannenden Produktionen immer wieder von sich hören lässt:

„Angefangen hat alles 2013 – da kam meine erste EP auf Sunday Music raus. Ich arbeitete damals mit Henrik Schwarz an seinem Instruments Album (kürzlich erschienen auf Sony Classical) und so kam dann die erste VÖ auf seinem Label. Davor hatte ich mich eigentlich hauptsächlich mit Jazz und Klassik beschäftigt, allerdings war ich immer schon sehr an Studiotechnik interessiert und habe schon viel in Tonstudios gearbeitet.“

Dass Johannes gerne im Studio experimentiert und ein Soundtüftler ist, merkt man allen seinen Produktionen deutlich an. Was auch auffällt sind die vielen echten Instrumente, die man in den Tracks immer wieder raushört:

„Ich bin studierter Musiker und liebe es mit echten Instrumenten Musik zu machen. Ich brauche keine Maschinen dafür, wobei die auch ihre Vorteile haben: je nach Idee benutze ich, was am besten für mich passt – manchmal ist das ein Maschinen Groove einer 808, mal ein lebendiger, selbst eingespielter Shaker. Die Kombination macht’s!“

Wie schon angesprochen, kommt Johannes aus Stuttgart. Aus der Schwabenhauptstadt gab es in den letzten Jahren außer den Produktionen und Remixen von Konstantin Sibold und Clubschließungen leider nicht viel zu berichten. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Johannes Brecht keine große Connection zur Stadt hat:

„Als elektronische Tanzmusiker bin ich hier nicht präsent. Ich habe einfach überhaupt keine Verbindungen zu der lokalen Szene und hab mich auch noch nie so wirklich dafür interessiert. Leider ist Subkultur in Stuttgart glaube ich vom Aussterben bedroht – interessanterweise kümmert das aber auch niemand. Es gab schon Zeiten, da wollte ich weg, aber jetzt genieße ich die Ruhe hier.“

Die Ruhe im Stuttgarter Kessel scheint Johannes und seiner Produktivität gut zu tun, denn jetzt steht sein Album vor der Tür, auf das wir schon sehr gespannt sind:

„Es wird auf Mule Musiq rauskommen. Für das Album will ich, anders wie bei den EPs, auch mit anderen Musiker zusammen aufnehmen. Der Plan ist, dass ich die Musik komponiere/vorproduziere und eine große Partitur schreibe für das ganze Album. Dann wird die Musik mit einem Ensemble geprobt und komplett live eingespielt (auf Tape) in einem tollen Studio in Utrecht(NL) im Rahmen des wunderbaren Stekker Festivals. Dort werden wir auch erste Stücke davon live präsentieren. Ich freue mich sehr darauf!“

Ein genaues Datum steht also noch nicht fest. Das Stekker Festival, bei dem Johannes alles einspielen will, ist aber vom 20. – 25. Juli und dann wird es sicher nicht mehr lange bis zum Release dauern. Bis es soweit ist, könnt ihr euch mit „What’s About“ schon mal eine Runde in den Sound von Johannes Brecht eingrooven.

 

Update vom 13.09: Auf DIYNAMIC kommt Anfang Oktober eine EP von Johannes, auf der schon mal ein Track vom neuen Album mit drauf ist!

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