Gregor Tresher > Lights From The Inside

Bei den meisten DJs käme niemand auf die Idee, ihre Arbeit als subtil zu bezeichnen – doch bei Gregor Treshers Musik macht dieses Wort durchaus Sinn, wie sein neustes Werk Lights From The Inside beweist.

GREGOR-TRESHER-LIGHTS-FROM-THE-INSIDE-Break-New-Soil

Nicht umsonst nahm er sich zu Beginn der Produktion seines dritten Longplayers eine sechswöchige Auszeit vom Auflegen, um mit freiem Kopf an neuer Musik arbeiten zu können. In den letzten beiden Jahren ging es dem Produzenten des meist verkauften Technotracks auf Beatport 2008 („A Thousand Nights“) darum, Tracks zu produzieren, die er selbst auflegen wollen würde. „Ich war schon lange DJ, bevor ich begonnen habe, selbst Musik zu schreiben. Aber bei diesem Album hatte ich das Gefühl, dass das nicht meine Priorität sein sollte.“

Und auch wenn es auf Lights From The Inside natürlich Stücke gibt, die jetzt schon bei Gregors DJ-Kollegen auf große Begeisterung stoßen („Frontline“, „Breaking Routines“ und das schon auf Josh Wink´s Ovum vorab ausgekoppelte „As Days Go By“), begeistert diese zwölfteilige Reise auf vielen Ebenen.

Genau wie sich ein Gemälde oder ein Foto zu verändern beginnt, wenn man es lange genug betrachtet, so gibt es bei genauerem Zuhören ein Universum an Sounds zu entdecken. Höchste Aufmerksamkeit widmet Tresher einmal mehr den Melodien – keine kurzlebigen Ohrwürmer, deren man überdrüssig wird, bevor sie richtig angekommen sind, sondern Musik die sich in strukturierten Mustern einprägt. Hier stellt Gregor die Verbindung zu seinen früheren Werken her – und doch gibt es viel Neues zu entdecken.

Ein wichtiger Punkt war der Klang selbst: „Die Songs wurden in wenigen Monaten geschrieben, aber den Sound des Albums und die richtige Instrumentierung zu finden, hat sehr viel länger gedauert.“

Ein Beispiel dafür ist das Zusammenspiel der sich langsam bewegenden Tonfolgen und leuchtenden Klänge des Titelstücks oder wie die gedämpften Snaredrums in „Leaving“ in kühlen unteren Tonlagen verhallen. Es ist kein Zufall, dass das fast greifbare Knistern, Schlagen und Klopfen, welches sich durch das ganze Album zieht, manchen an Depeche Mode´s Construction Time Again erinnern mag – ein Klassiker den der 35-jährige Produzent als eine wichtige Inspiration für sein musikalisches Schaffen erwähnt.

Das Spiel von Licht und Dunkel und die eindringliche Melancholie, unterstrichen durch den Titel, verweisen auf einen weiteren spezifischen Einfluss auf Treshers neuestes Werk: The Cure´s Disintegration.

Beeindruckt von der Atmosphäre dieses Meilensteins von 1989 geht es auch auf Lights From The Inside um eine bestimmte Stimmung zwischen Dunkelheit und Hoffnung. Auch andere Titel spielen hier eine Rolle: Der bedrohliche Anfang „Shadow Layers“, das kurze, kochende Zwischenspiel „If Only“ oder „Destroy“ – das metallisch rumpelnde letzte Stück, das dem Album ein verblüffend offenes Ende gibt.

Gregor Tresher begann seine DJ-Karriere in den neunziger Jahren in Frankfurt – heute spielt er in Clubs auf der ganzen Welt, von Madrid bis Tokyo, von Sydney bis Los Angeles. Nach zwei hochangesehenen Alben unter seinem Sniper Mode Alias, kam sein Durchbruch als Produzent unter seinem bürgerlichen Namen im Jahre 2005 mit seinen Veröffentlichungen Still und Neon, seinem Remix für Sven Väth´s „Komm“ und seinem Beitrag zur Cocoon Compilation F „Full Range Madness“.

Neben Veröffentlichungen auf Labels wie Intacto, Great Stuff, Drumcode, Ovum und Moon Habour gründete er 2009 sein eigenes Label Break New Soil.

Lights From The Inside ist Gregor Treshers drittes Studioalbum nach seinem Debut A Thousand Nights (2007) und The Life Wire (2009).

GREGOR-TRESHER-LIGHTS-FROM-THE-INSIDE-Break-New-SoilArtist: Gregor Tresher
Title: Lights From The Inside

Label: Break New Soil Recordings
Cat-No: BNSCD002
Format: Album (CD, Vinyl, Digital)
Releasedate: June 06, 2011
Distribution: NEWS

 

 

 

 

4 Responses

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    […] Gregor Tresher- Lights from the inside (Break New Soil) Als Vorbote seines gleichnamigen Albums auf seinem Label Break New Soil kommt dieser wunderbare Tune mit schönen Flächen und relaxtem Drumming eingeschwebt und lässt einfach mal die Sonne auf den Dancefloor. […]

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