Der Sommer ist da. Jetzt wird es wieder Zeit für gechillte, vorwiegend housige Musik. Tracks die man am See hören kann, die einen mit schönen Melodien durch den Sonntag tragen und die einen über die grüne Open Air-Wiese tanzen lassen. Dass solche Musik nicht immer weichgespült, mit einfachen 4-Viertelbeats und durchschaubaren Akkordfolgen ablaufen muss präsentieren uns Ricardo Tobar und Florestano mit ihren beiden Artistalben, die jetzt pünktlich zum Sommerstart raus kommen.

Ricardo Tobar – Collection (Cocoon Recordings)

Das Cover vom neuen Ricardo Tobar Album

Das Cover von „Collection“

Bitte nehmt euch eine Stunde Zeit. Werft alle musikalischen Grenzen über Bord. Ricardo Tobar nimmt euch mit auf eine Reise durch die Welt der elektronischen Sounds. Er taucht mit euch ein in die Tiefen seiner Synthesizer und bringt euch in die Klangwelten von Depeche Mode, DJ Koze und Kraftwerk. Hört sich ganz schön hochgegriffen an was wir hier schreiben, aber es ist tatsächlich so. Nach einem sehr düsteren und leicht schrägen Einstieg mit „Pasaje“ nimmt das Album, das auf Cocoon Recordings erscheint, erst mal clubbige Strukturen an und lässt einen bei „Brittle“ irgendwie an Gui Boratto und seine Soundwelten denken, die einen gute sieben Minuten lang tragen. Mit „Angora“ und „Inside Castle“ geht es dann in den experimentelleren Part über, der aber jederzeit höhrbar bleibt, da die Beatstrukturen einen immer bei der Stange halten. Der Abschluss des Albums gestaltet sich dann immer ruhiger und entspannter und zum Schluss entlässt einen Ricardo Tobar bei „Strange Wave“ mit einem komplett beatlosen Track aus dem Höhrvergnügen.

 

Florestano – noh (Kowloon Records)

Das Cover vom neuen Florestano Album

Das Cover von „noh“

Der zweite experimentelle Tip für diesen Sommer ist das Album von Florestano, das auf Kowloon Records erscheint. Es ist noch eine Stufe experimenteller, als das von Ricardo Tobar, aber genau so spannend zu erkunden. Direkt der Einstieg überrascht mit einer Mischung aus HipHop-Beats und darüber liegenden Synthielinien, was sich erstmal sehr gewagt anhört, aber doch perfekt harmoniert. Die kommenden Tracks fesseln einen dann mit ihren vielen Bleeps und schrägen Sounds und wandern immer an der Grenze zwischen Disharmonie und Wahnsinn entlang, gehen aber nie den Schritt darüber hinaus. Das ganze Album über hat man den Eindruck, dass sich Florestano für die Produktion zusammen mit Luke Slater, Christian Vogel, genügend Weed und einer großen Kanne Tee ins Studio eingeschlossen hat. Das könnten auch zwei gute Grundlagen sein, um sich das Album in voller Länge anzuhören. Bis zum Album-Release dauert es noch ein paar Tage, aber „7 of diamonds“ gibt euch schon mal einen Eindruck, was euch auf „noh“ dann erwartet.

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