Wie komplex kann Techno eigentlich sein? Ganz klar – die Antwort fällt bei Drumcomplex etwas ausführlicher aus. Denn sowohl seine Produktionen als auch seine Sets erreichen eine Stufe der Komplexität, die ein Maximum aus Studioarbeit und Live-Auftritten wiederspiegelt – und das bereits seit über zehn Jahren. Drumcomplex blickt auf eine stetig gewachsene Fangemeinde und Anhängerschaft auf dem ganzen Globus. Kein Wunder also, dass es ständig unterwegs ist und Clubs und Festivals zum Beben bringt. Mit einigen anstehenden Releases in der Pipeline und einem vor kurzen veröffentlichten Podcast hat sich Drumcomplex ein wenig Zeit für uns genommen.

 

Wie bereitest du dich auf deine Gigs vor? Hast du bestimmte Rituale oder eine fest gepackte digitale Plattentasche?

Ich bin im ständigen Flow, höre mir fast täglich neues Material und Promos an, bin also immer auf dem neuesten Stand. Ich bin sehr dankbar, bei dem ein oder anderen guten Label im Promo-Verteiler zu stehen und vor Release die Tracks zu bekommen. Ich habe kein bestimmtes Ritual, bevor ich auf die Bühne gehe.

Für die RISE Podcast-Serie hast du gerade einen knapp vierstündigen, vor Techno strotzenden Mix vorgelegt. Wie und wo ist der Mix entstanden?

Der Mix ist am 01.04.2017 im Geheimclub in Magdeburg entstanden. Der Club ist noch recht jung, aber die Crew versteht es, den Focus auf qualitativ hochwertigen Techno zu legen. Hat richtig Spaß gemacht, dort vier Stunden zu spielen. Bin dieses Jahr dort wieder am Start.

Welcher Drink begleitet dich für gewöhnlich durch die Nacht?

Das ist ganz unterschiedlich, aber in letzter Zeit trinke ich ganz gerne ein Glas Sekt oder Champagner und Wasser dazu.

Und welchen schlägst du dankend aus?

Sambuca.

Du bist für druckvollen Techno bekannt, bist in der gleichen Agentur wie auch Sam Paganini oder Marco Bailey zu Hause. Was macht für dich Techno aus?

Techno hat für mich viele Facetten. Ich bin schon lange dabei und habe diverse Trends und Einflüsse mitbekommen. Ich liebe treibende Tracks, aber dennoch mag ich gewisse melodische Einflüsse in der Musik. Es gibt richtig viele gute, junge, neue Künstler auf dem Markt, die mich zurzeit immer wieder begeistern. Techno ist für mich persönlich der Oberbegriff der vielen verschiedenen Stilistiken.

Erinnerst du dich noch an deine erste Begegnung mit elektronischer Musik und im Speziellen mit Techno?

Ja, das war im Jahr 1992. Wir waren im Tor 3 in Düsseldorf. Ich war da persönlich noch im Metal-/Punk-Bereich unterwegs. An dem Abend spielte DJ Speedy J – Pullover und ich waren sofort begeistert von dieser Energie. Viele sagen, dass Metal und Punk nicht viel mit Techno zu tun haben, dennoch sind es für mich bis heute hoch energetische Musikstile und ich fühle mich auf beiden Seiten zu Hause.

Du bist als DJ viel unterwegs, auch über die Landesgrenzen hinaus. Welche Gigs behältst du wohl für immer in Erinnerung?

Unvergesslich bleibt unser Auftritt letztes Jahr im Space, Ibiza, wo wir für Carl Cox‘ Revolution in der Main Hall spielen durften. Ebenso unvergesslich ist unser Auftritt Silvester 2014/2015 im Gashouder, Amsterdam, beim Awakenings.

Was steht bei dir in den nächsten Monaten so an?

Wir waren in den letzten Wochen viel im Studio aktiv und haben so einiges an Material produziert. Ich freue mich sehr über eine Collab mit unserer Freundin Klaudia Gawlas, die in der zweiten Jahreshälfte auf Sleaze Records, dem Label von Hans Bouffmyhre, kommt. Wir haben diverse Remixe gemacht, u.a. für Ken Ishi, Junge Junge, Daniel Boon, GNTN und The Reactivitz. Im Juni wird’s eine dicke Remix-EP von meinem Track mit Misstress Barbara auf Bush Records geben. Als Remixer konnten wir Kaiserdisco, Roel Salemink, Brooke Powell und GNTN gewinnen.

Dann wird’s im August auf Trapez einen 3-Tracker mit Frank Sonic geben. Mit Roel Salemink habe ich gerade eine neue EP auf Intec Digital gesignt, welche Carl Cox schon fleißig in seinen Sets spielt. Es stehen diverse Festival-Gigs im Sommer an, wie Nature One, Summer Visions Festival, Sea You Festival, Magic Festival, Ruhr in Love usw. Und wir werden in den nächsten Monaten auch wieder vermehrt im Ausland unterwegs sein: England, Serbien, Spanien, Slovenien, Niederlande, Asien…

Drumcomplex bei Soundcloud

Über den Autor

Martin liebt drückende Bässe, die nicht nur den Magen berühren sondern auch den Geist zum Tanzen bringen. Dreckige Clubs stehen generell oben auf der Liste, während der Hochglanzladen mit Glastheke eher unbesucht bleibt. Immer auf der Suche nach dem neusten Beat, dem frischen Groove und dem mitreißenden Sound schreibt Martin seit Jahren für unterschiedliche Musikmagazine und Blogs ohne dem großen Hype hinterherzulaufen.

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