7 Jahre Kling Klong Im Gespräch mit Martin Eyerer und Rainer WeichholdHallo Martin, Hallo Rainer, aktuell feiert Ihr das siebenjährige Bestehen eures gemeinsamen „Babys“- Kling Klong Records. Wie, wann und warum habt Ihr beiden euch entschlossen gemeinsame Sache zu machen?

Martin Eyerer (ME): Also gegründet hab ich das Label vor 7 JahrenJ. Das war dann aber direkt von Anfang an eine Kooperation mit Great Stuff Records.

Rainer Weichhold (RW): Als ich seinerzeit bei Great Stuff gearbeitet hatte, kam Martin auf uns mit der Kling Klong-Idee zu und wir haben uns schnell geeinigt, das Label für ihn zu managen. Das lief von Anfang an top, wir sind ja auch gleich mit Mega Releases von Dusty Kid, Oliver Koletzki und natürlich Martin an den Start gegangen. Ende 2009 wollte/konnte aber Great Stuff das Label nicht mehr weiter betreiben, weswegen mich Martin bat, ob ich nicht persönlich als Partner einsteigen möchte. Das lag ja auch nahe, nachdem ich mich jahrelang um die Abwicklung gekümmert hatte         .

(ME): Funktioniert super, wie man am Erfolg des Labels ja auch sehen kann.

 Ich selbst bin ja etwas mehr mit der Materie des Labels und dem Umfeld vertraut als die meisten unserer Leser. Daher würde ich euch bitte doch mal eben zu schildern, wer bei Kling Klong Records welche Aufgaben hat. Wer macht was? Wer kümmert sich um was?

RW: Im Prinzip ganz einfach: Wir sind beide gleichermaßen die A&Rs, das heißt wir entscheiden gemeinsam, was wir veröffentlichen möchten. Das ist gar nicht so einfach, weil wir einen recht unterschiedlichen Geschmack haben und nur Tracks rausbringen, die beiden gefallen. Des weiteren bin ich sehr dankbar darüber, dass wir mit Martin Eyerer einen der besten Mastering-Ingenieure direkt im Hause haben.

ME: Rainer macht nach wie vor das ganze Administrative Geschäft. Also Abrechnungen, Koordination mit Vertrieb, Organisation der ganzen Releases etc. Ne Menge Arbeit, das ist ein Fulltimejob. Dennoch gilt immer als strikte Regel: Alles was rauskommt muss uns beiden gefallen. Tut es das nicht – auch wenn es eigene Sachen sind – kommen die nicht bei Kling Klong raus.

 7 Jahre Kling Klong Im Gespräch mit Martin Eyerer und Rainer WeichholdMartin sitzt in Stuttgart bzw. bald in Berlin, Rainer in Augsburg. Kam nie die Frage auf, sich auch räumlich zusammen zu tun. Sei es in Stuttgart/Augsburg oder gar Berlin?

RW: Nö, ehrlich gesagt nie. Wir sind natürlich ständig in Kontakt und sehen uns ja auch echt häufig am Wochenende beim Auflegen.       

ME: Ne also nach Augsburg wollt eich jetzt nicht wirklich. Schöne Stadt, aber etwas zu beschaulich! Wo wir sitzen ist eigentlich völlig egal. Das ist bei so einer Sache nicht wichtig, denn die Kommunikation zwischen uns läuft ja sowieso übers Netz oder Phone. Allerdings bringt der Umzug nach Berlin von mir bestimmt gewisse Vorteile, was das Labelnetzwerk betrifft.

Musikalisch seid ihr schon ziemlich verschieden wie ich finde. Martin ist immer etwas mehr dem Techno und dem  „Underground“ zugetan. Rainer hingegen eher etwas housiger und „Hit“ orientierter. Wie schafft Ihr das, trotzdem immer einen Mittelweg zu finden und euch letztendlich doch immer auf ein Release einigen zu können?

RW: Das ist gar nicht so einfach, weil wir wie Du sagst einen recht unterschiedlichen Geschmack haben und nur Tracks rausbringen, die beiden gefallen. Aber vielleicht macht es genau auch diese Mischung, denn wenn Titel einem technoideren und einem housigeren DJ gleichermaßen taugt, dann ist das ja auch ein Indiz dafür, dass man einen etwas übergreifender spielbaren Track am Start hat.

ME: Ja das ist ja genau das, was sich vorhin angedeutet habe. Wenn wir mal beide was so richtig fett finden, bedeutet das, dass es eine recht große Schnittmenge geben müsste und deswegen funktioniert natürlich auch das Label so gut.

Ist es schon mal vorgekommen, oder kommt es vielleicht sogar öfter vor, das Ihr euch auch mal überhaupt NICHT auf einen Track oder eine EP einigen könnt, es also auch keinen Kompromiss gibt und der/die Track(s) dann auch nicht auf Kling Klong veröffentlich werden ?

ME: Das kommt ständig vor. Also bestimmt 2-mal die Woche.

RW: Na ich schätze, wir bekommen ca. 30-40 Demos pro Tag. 0,001% davon findet  einer von uns top und passend für Kling Klong und schickt sie dann dem anderen rüber, um dessen Meinung zu bekommen. 2/3 dieser Tracks passen dem anderen aber nicht so, und wir sagen dem Künstler freundlich ab.

 7 Jahre Kling Klong Im Gespräch mit Martin Eyerer und Rainer WeichholdKling Klong als Label hat sich über die Jahre national wie international etabliert. Eigentlich kein „Big Name“ kommt an den Tracks vorbei. Man findet die Kling Klong Platten stets in den Playlists und Charts der ganz Großen des Business. War dieser Erfolg von Anfang an beabsichtigt und/oder geplant? Bzw. hattet Ihr von Anfang an ein Ziel und einen Plan für das Projekt?

ME: Na ja vielleicht nicht genau so wörtlich, wie Du das jetzt gerade gesagt hast. Aber wir sind mit Kling Klong schon ganz klar mit der Marschrichtung Erfolg unterwegs. Das bedeutet leider aber auch, dass man bestimmte Tunes nicht veröffentlichen kann, obwohl man sie gut findet.

RW: So gesehen war es also immer Ziel, dass wir für unsere Musik und Künstler eine möglichst große Promotion machen um auch möglichst viele Leute zu erreichen. Umso mehr bekannte DJs diese Releases spielen und charten, um so mehr hilft es ja, dass die Artists bekannter werden und sich etablieren können.

ME: Das heißt aber jetzt im Umkehrschluss nicht, dass wir rein auf Hits gehen.

Wie wählt Ihr eigentlich Künstler und Remixer für das Label aus? Eher nach persönlichem Geschmack oder ganz „klassisch“ nach Demos?

RW: Das allerwichtigste ist natürlich unser beider Geschmack und natürlich auch die Frage, ob die Tracks in unseren DJ Sets rocken können.

ME: Eigentlich schon Beides. Es gibt natürlich viele Künstler die man gut findet und deren Platten man spielt. Dann gibt’s aber auch schon ab und an Demos, die wir gut finden.

RW: Wir wollen ganz bewusst auch neuen Talenten die Gelegenheit geben, ihre Musik rauszubringen.

Habt Ihr eigentlich ein lieblings-Kling Klong Release aus den letzten 7 Jahren?

ME: Ah ne, das kann ich echt nicht. Verkaufsmäßig war eine der erfolgreichsten Platten in den letzten Jahren wohl Janaa von Kaiserdisco und momentan ist der  von Daniel Stefanik für Oscar Barilla auf dem Weg ein Hit zu werden.

RW: Für das Label war die EP von Dusty Kid aus dem Jahre 2007 enorm wichtig. Es war damals die erste Veröffentlichung des Italieners und diese ging gleich richtig durch die Decke. Das war natürlich für Dusty Kid sehr wichtig, der danach ja eine tolle Karriere hingelegt hatte. Aber auch Kling Klong tat damit einen sehr großen Schritt und wurde dadurch in der Szene deutlich bekannter.

Aktuell ist die 7 Jahre Kling Klong Compilation auf dem Markt. Außerdem ein neues Brett von Macromism incl Alli Borem Remix.  Was steht in den kommenden Wochen und Monaten an Releases an?

RW: Wir haben neue EPs von Aldo Cadiz & Danny Serrano, Rainer Weichhold & Nick Olivetti (mit Shinedoe & Maher Daniel remixen). Martin Eyerer (mit Santé Remix) in der Planung. Dann bringen wir den Klassiker „The Search“ von Trancesetters mit Remixen von Ray Okpara, Martin Eyerer und Dimitri Andreas an den Start, was für uns natürlich eine große Ehre ist.

 7 Jahre Kling Klong Im Gespräch mit Martin Eyerer und Rainer WeichholdZum sieben jährigen, gibt’s natürlich auch eine Tour. Wer ist da vertreten und wohin führt sie euch und euer „Roster“?

RW: Wir touren mit unseren Homies Oliver Klein, Kaiserdisco, Namito, Heartik, Nick Olivetti, Carlo Lio etc so ziemlich über den ganzen Planeten. Das macht riesig Spaß!

ME: Wir haben viele Dates einzeln, zu zweit oder auch ab und an mit mehreren Kling Klong-Artists. Das ist diesmal nicht eine gezielte Tour, sondern läuft quasi das ganze Jahr. Die nächsten Sachen sind z.B im Sankey auf Ibiza, Rainer und ich spielen in Mexico, ich war gerade in China und danach in Argentinien.

www.klingklong.net

 

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