Hi Thomas, du bist ja am 24.02. wieder im Rocker33 in Stuttgart zu Gast. Du bist ja über die Jahre immer mehr oder weniger regelmäßig hier und im Umland zu sehen und zu hören gewesen. Wie ist denn dein Eindruck von der schwäbischen Techno-House Szene?

Die Szene scheint mir kerngesund zu sein, ich treffe eigentlich immer auf eine spannende Mischung aus Veteranen und Frischfleisch bei meinen Gigs und so ist es mir ehrlich gesagt auch am liebsten.

Du präsentierst ja im Rocker auch schon dein neues Album „Rooms“. Das Label, auf dem die LP erscheint heißt „Electric Ballroom“. Mir ist das ehrlich gesagt bisher völlig unbekannt. Kannst du uns bitte ein paar Backgroundinfos dazu geben?

Wie viele ja wahrscheinlich wissen, habe ich in den letzten Jahren meine Sachen exklusiv auf Get Physical veröffentlicht. Allerdings ist das Label natürlich mit der Zeit gewachsen, es gibt einen relativ großen Artist-Stamm und auch einige Mitarbeiter. Dadurch entstehen zwangsläufig Strukturen, die denen eines Major Labels ähneln. Ich wollte aber für mein Album alle Fäden in meiner Hand behalten und da bot es sich an, wieder ein eigenes Label an den Start zu bringen.

Es ist doch sicherlich kein Zufall, dass dein erstes Album „Electric Ballroom“ hieß und dein neues Album nun auf einem neuen Label erscheint, das ebenfalls den Namen „Electric Ballroom“ trägt. Was steckt dahinter?

Das ist mit Sicherheit kein Zufall und ich leide auch nicht an Alzheimer! Ich fand den Namen schon damals super und konnte es gar nicht glauben, dass es bis heute weltweit  kein Label gibt, das sich den Namen gesichert hat. Das habe ich dann gemacht. Erst mal erscheint „Rooms“ auf EB, alles weitere wird sich danach ergeben.

Nach „Home“ 2006 folgt nun also „Rooms“. Was erwartet uns musikalisch? Auf was dürfen wir uns freuen? Wo geht die Reise hin? J

„Room“ schließt thematisch an „Home“ an – sprich – ich lote weiterhin die Nische zwischen reduziertem, druckvollem Techno und Tech House aus. Techno ohne Groove und Soul geht für mich nicht – genauso wie ich Tech House ohne Tiefe und Dichte nicht mag. Deswegen arbeite ich ja auch schon seit Jahren an meinem Sound, der diese Attribute zusammenbringt. Ich teste die neuen Tracks natürlich schon länger und bin mit den Reaktionen sehr zufrieden.

Warum hat es eigentlich knapp 6 Jahre gedauert, bis du wieder Zeit und/oder Muse hattest, einen Longplayer in Angriff zu nehmen ?

Dafür gab es diverse Gründe. U.a. der Umzug nach Berlin, dann die Geburt unserer Tochter, das ständige Touren, unzählige Remixe, Singles, Collabos mit anderen Künstlern. Dann habe ich auch noch ein Album (für DJ T.) als Auftragsproduktion gemacht. Dennoch: So lange wird es bis zu einem neuen Album nicht nochmals dauern, das verspreche ich meinen Fans!

Wie lange hast du eigentlich an Rooms gearbeitet? Sind das alles komplett neue Stücke oder sind auch welche dabei, die du vielleicht „noch rum liegen hattest“ und es sich nun anbietet, diese zu veröffentlichen?

Es sind 80% neue Titel drauf, die in den letzten 3-4 Monaten entstanden sind. Der Rest sind Tracks, die im Zeitraum davor aufgenommen wurden und die ich jetzt nochmals überarbeitet habe. Wobei ich das eher als Vorteil ansehe, das kann man gut mit einem guten Wein vergleichen – der wird auch besser, wenn man ihn ein wenig liegen lässt.

Wirst du das Album eigentlich auch als Live-Act präsentieren oder bleibst du beim „klassischen“ Auflegen?

Gibt es das eigentlich noch, klassisches Auflegen? Ich meine, selbst wenn ich „nur“ mit meinen USB Sticks und den CDJ 2000ern auflege, dann spiele ich so viele Sachen, die es gar nicht zu kaufen gibt. Ich feuere auch gern Loops aus meiner Sample Collection ab, da stehen die Leute immer extrem drauf. Ich werde wohl zur Tour auch noch ein paar nette Gadgets aus meinem Studio mit in die Clubs bringen. Aber verraten wird noch nichts.

Es hat sich ja auch abseits des Studios einiges geändert bei dir. Du hast seit einigen Monaten eine neue Booking Agentur, nämlich den „Berlin Artist Counter“. Davor warst du recht eng mit Get Physical und auch Wilde Bookings verbandelt. Wie kam es zu diesem Wechsel und warum?

Weil meine entzückende Kollegin Monika Kruse mich dazu „gezwungen“ hat!

Haha. Nein, so war es natürlich nicht. Allerdings hat Moni den Kontakt zur Agentur, die auch sie verbucht, hergestellt und von da lief es dann schnell auf einen Wechsel hinaus. War eine gute Entscheidung, es macht viel Spaß mit dem neuen Team. Wilde & Get Physical bin auch aber weiterhin eng und freundschaftlich verbunden.

Zum Album wird es ja sicherlich auch eine Tour geben. Wo kann man dich überall erleben? Irgendwelche Dates, auf die du dich besonders freust ?

Für die aktuellen Dates empfehle ich, den Giga Tools Reiter (Upcoming Gigs) auf meiner Facebook Seite anzuklicken.

Ich freue mich auf jeden Gig, es ist ja jedes Mal wieder spannend und kein Abend gleicht dem anderen. Auf ‘s Rocker freue ich mich aber schon sehr, einfach ein toller Laden mit fetter PA und coolen Leuten.

Nach dem Album ist vor dem Album – sofern es nicht wieder 6 Jahre dauert ;-)) – oder was steht neben Rooms in naher Zukunft noch so an Releases oder Projekten an? Ich hab ja schon 1 oder 2 Tracks hören dürfen, die du mit Martin gemacht hast. Auch die gerade erschienenen Sachen mit Florian fand ich ganz cool. Wird da in Zukunft mehr an Kollaborationen von dir mit befreundeten Künstlern kommen?

Ich arbeite schon gern auch mal mit Kollegen zusammen. Das hat mit Martin und Florian super viel Spaß gemacht und die Ergebnisse können sich sehen bzw. hören lassen. Ich bin gerade mit Martin am checken, wo die Tracks erscheinen werden und mit Florian soll es eine weitere Session geben. Ansonsten wird sich dieses Jahr fast alles um mein Album und die Singles, sowie Remixe drehen. Und wenn dann noch ein wenig Zeit übrig ist, dann mache ich endlich meinen eigenen Podcast, da habe ich nämlich mega Lust drauf!

Danke f. d. Interview und wir sehen uns am 24.2.

Leave a Reply

Your email address will not be published.